Bautrends

Was sind die aktuellen Entwicklungen und Innovationen auf dem Baubereich. Kreativität verbunden mit Funktionalität, ökologische Baustoffe gepaart mit modernen Materialien, Realitätsnähe und ein Maximum an Individualität sind die Kennzeichen der modernen Architektur.

Passiv-/Niedrigenergiehäuser sind momentan gefragt wie nie zuvor. Durch die ständig steigenden Energiekosten wird dieser Trend sicherlich noch einige Zeit weitergehen. Die Firma Tetra Solar bietet ein Haus dass gänzlich auf Ergas, Erdöl oder Fremdwärme verzichten kann. Für das Warmwasser werden Wärmepumpen oder umweltfreundliche Holzöfen (Pelletsöfen) in Kombination mit Solarenergie (Warmwasserkollektoren) eingesetzt. Durch die Integration eines Schichtenspeichers in Kombination mit zusätzlichen flächigen Wärmeverteilern wie Wand- und Fußbodenheizung kann ein Großteil der benötigten Heizenergie durch die Sonne gedeckt werden. Vervollständigt werden kann das System durch die Installation einer Photovoltaikanlage, die derzeit vom Staat gefördert wird.

Das Konzept ist einfach und scheint aufzugehen: Holz, Holzwerkstoffe, ökologisch sinnvolle Wärmedämmaterialien sowie Gipskartonplatten und die kompakte Gebäudehülle eines Eigenheims stehen für umweltbewußtes Bauen.

Verdichtetes Wohnen wird vor allem in unseren Städten zu einem neuen Schlagwort. Wohnen unter 150 qm ist die Devise. Und durch intelligente Lösungen gelingt das auch ohne Einbußen der Wohnqualität.

So hat Professor Wolf Mitto aus Hamburg ein Zwillingshaus ohne viel Extras konzpiert. Die Häuser bestechen durch Einfachheit und Klarheit in der Bauweise. Ohne Keller und ohne Dachboden kann der gesamte Platz für den Wohnraum genutzt werden. Dies verschafft dem Bauherr u.a. die Möglichkeit große und hohe Räume zur Verfügung zu haben. Bei Bedarf können an gewissen Stellen noch Zwischenwände eingezogen werden, um eventuell noch einen zusätzlichen Raum zu schaffen. Einziger Wermutstropfen ist der geringe Stau- und Abstellraum, wem das aber nichts ausmacht, der hat mit diesem Bautrend eine günstige Variante zum Bauen.

Wie eingangs erwähnt, setzt man heute auf mehr Effizienz und Sparsamkeit beim Hausbau. Vor allem aber beim Altbau sollte man auf die Energiekosten achten! Über 95 % des baulichen Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser treten im Altbaubestand bei Wohnhäusern auf. Dabei liegt der zahlenmäßige Bestand bei 77 %! Das heißt, zur Zeit verbrauchen die gesamten Neubauten nur 5% an Energie! So genannte Thermogramme helfen bei der Feststellung von energetischen Schwachstellen. Durch ein Infrarotkamerasystem werden Wärmelecks dokumentiert. Kalte Bereiche ohne Lecks werden dunkel, warme Bereiche mit Energielecks dagegen hell abgebildet.
Mehr Informationen erhalten sie bei den Experten des TÜV im Internet unter www.umwelt-tuv.de/energie

Außerdem kann man auch die Luftdichtigkeit des Gebäudes messen. Mit dem sogenannten Blower-Door-Test (nach ISO 9972) kann man erkennen an welchen Stellen warme Luft aus dem Haus austritt. Mittels einer speziellen Messtür wird im 2 x im Haus ein Über- und ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt. Je mehr Leckstellen das Haus aufweist, desto mehr Leistung muss mittels des Blower (Gebläse)-Door (luftdicht in die Haustür) aufgewendet werden um den Unterdruck konstant zu halten. So wird die effektive Luftwechselrate im Haus bestimmt. Die Luftdichtheit wird also nach diesem Differenzdruckverfahren ermittelt. Je niedriger der n50 Wert, desto dichter das Haus. Bei neuen Häusern liegt der Zielwert bei 3 (dreifacher Luftwechsel pro Stunde), zum Vergleich ist der n50-Wert bei älteren Häusern häufig höher als 10!